Ellipses
Gebrauchtes Buch – William Gaddis, Carpenter's Gothic: Le scandale de l'écriture, Mathieu Duplay
Gebrauchtes Buch – William Gaddis, Carpenter's Gothic: Le scandale de l'écriture, Mathieu Duplay
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Carpenter's Gothic leugnet von Anfang bis Ende Amerika, von seinen (falschen) puritanischen Ursprüngen bis zur Reagan-Ära der Gegenwart. Doch alles zu verleugnen, ist paradoxerweise die einzige Möglichkeit, der Bewegung des Schreibens, die, wie Deleuze schreibt, Abweichung und Verrat ist, bis zum Ende zu folgen. Der Roman häuft Bilder des Falls, des Verfalls und des Todes an; als Evokation eines Universums am Rande des Aussterbens ist er ein Weg, wenn nicht ins Nichts, so doch ins Beinahe-Nichts, das in den letzten Seiten noch prekär besteht, wenn alles verbraucht ist und doch, am Ende eines letzten Satzes ohne abschließendes Satzzeichen, die Möglichkeit einer unendlichen Fortsetzung bleibt. Doch dieses Beinahe-Nichts, so entblößt in dem Moment, in dem es in der unlesbaren weißen Seite versinkt, ist genau das, was einen Text noch möglich macht. Dem verdankt Carpenter's Gothic seine außergewöhnliche Pracht des schwarzen Diamanten: seiner Art, den Akt des Schreibens zu entkleiden, ihn von allem zu isolieren, was nicht er selbst ist, seine Macht der Abweichung und Flucht wie nie zuvor zu offenbaren, ihn schwebend in Erwartung der Begegnung mit dem Unbestimmten zu zeigen, das an die Stelle des abwesenden Ursprungs tritt und, immer schon da, älter ist als jede Gründung und jedes Projekt.
INHALT Kapitel eins – DIE TYRANNEI DES WAHREN Kapitel zwei – SCHREIBEN UND SOPHISTIK Kapitel drei – DIE INTERPRETATION TÖTEN Kapitel vier – BAUM UND FLEISCH Kapitel fünf – DAS RISIKO DES ZUHÖRENS Fazit – DER SKANDAL DES SCHREIBENS Bibliographie
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