Grasset
Drei Tage bei meiner Mutter – Prix Goncourt 2005, François Weyergans
Drei Tage bei meiner Mutter – Prix Goncourt 2005, François Weyergans
Verfügbarkeit für Abholungen konnte nicht geladen werden
„Im Zug presste er seinen Kopf gegen die Scheibe und sah überlagert, inmitten einer Kulisse aus Gestrüpp, ein blasses und verkrampftes Gesicht, sein eigenes, mit seiner erkennbaren hohen und kahlen Stirn, seinen geschwollenen Lidern und seinem schmallippigen Mund. Er wollte sich selbst fragen: ‚Was kann ich für dich tun?‘ Dieses Gesicht, so nah an seinem eigenen, flößte ihm tiefe Sympathie ein.“
Nacht für Nacht schützt sich ein sehr verstörter Mann, indem er seine Vergangenheit beschwört – so viele Reisen, so viele obsessive Liebschaften. Sein Gedächtnis versetzt ihn in Schwindel. Werden ihm seine Erinnerungen helfen, wieder auf die Beine zu kommen? Er erfindet eine Reihe von Doppelgängern, die ein ebenso aufgewühltes Liebesleben führen wie er selbst. Er möchte seine Mutter besuchen. Sie lebt allein in der Provence und wird bald neunzig. Zuerst muss er aber eine Arbeit beenden. Seine Mutter sagt ihm: „Anstatt deinen Dutzend Geliebten Faxe zu schicken, solltest du ein Buch veröffentlichen, sonst glauben die Leute, du seist tot.“
Besser als jeder andere verbindet François Weyergans in diesem Roman, der die Kräfte der Literatur mit Nachdruck bekräftigt, Tiefe und Humor, Emotion und Lachen.
Teilen
