Armand Colin
Bühnenbild des westlichen Theaters, Anne Surgers
Bühnenbild des westlichen Theaters, Anne Surgers
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Das Theater existiert nur in der Gegenwart einer Begegnung zwischen zwei menschlichen Gruppen: der der Schauspieler, die die Fiktion tragen, und der der Zuschauer. Sobald die Begegnung vorbei ist, bleiben nur noch Spuren: ein Text, Bilder, Erinnerungen. Die Bühnenbildgestaltung ist eine der deutlichsten dieser Spuren der Gegenwart dieser Begegnung. Anhand der Analyse zahlreicher Texte, Zeichnungen, Pläne, Illuminationen, Gemälde und Fotografien bietet uns der Autor eine emblematische, rhetorische oder allegorische Lesart der Dekore an. Diese Überreste der Zeit – in der Architekten, Bühnentechniker, Ausstatter oder Maler, obwohl sie keine „Bühnenbildner“ waren, dennoch ständig an der ständigen Erfindung des Bühnenraums zusammenarbeiteten – tragen auch eine Weltanschauung in sich. Denn das Theater, sei es eine religiöse Zeremonie wie in der griechischen Antike und im Mittelalter oder eine Unterhaltung wie in Rom oder Italien zur Renaissance, ist der Ausdruck einer Zivilisation, einer Epoche, eines Gedankens. Anne SURGERS ist Professorin an der Universität Caen Basse-Normandie.
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