Gallimard
Gebrauchtes Buch – Ingrid Caven – Prix Goncourt 2000, Jean-Jacques Schuhl
Gebrauchtes Buch – Ingrid Caven – Prix Goncourt 2000, Jean-Jacques Schuhl
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1943. Weihnachtsabend an der Nordsee: Ein vierjähriges Mädchen singt „Stille Nacht“ für Adolf Hitlers Soldaten. Ein halbes Jahrhundert später, als bekannte Sängerin und Filmschauspielerin, gibt sie am Ende eines offiziellen Empfangs ein kurzes Recital in der Davidzitadelle in Jerusalem. Als Kind gebrechlich und fast blind, ist sie zu jener Frau geworden, die auf der Bühne „die Kaltblütigkeit eines Toreros, die Konzentration eines buddhistischen Mönchs und die vitale Fantasie einer Bordellwirtin“ besitzt. Sie ist die zentrale Figur dieses Romans, in dem die Menschen auftreten, die ihr Leben prägten: Yves Saint Laurent, R. W. Fassbinder, mit dem sie verheiratet war und der an ihrem Sterbebett ein mysteriöses Manuskript über sie hinterließ, und andere. Und auch ein gewisser Charles, ein „hugenottischer Jude“, ein Dilettant, fasziniert von einem jungen, flamboyanten und suizidalen Produzenten. Von der „Heiligen Nacht“ der Kindheit zu den „heiligen Nächten“ des Erwachsenenlebens vermischt diese rasante Erzählung, gespickt mit schwarzem Humor, den Ton von Comics und Märchen mit der Trockenheit von Informationen und Dokumenten, teilweise unveröffentlicht. Vom Zauber ist der Horror nie weit entfernt. Auch nicht die Maskerade. Vor allem jetzt, mit dem Aufkommen einer Welt ohne Erinnerung. Endlich! „Die Lage ist verzweifelt, aber nicht ernst.“ Im Moment findet ein Konzert statt: Musik!
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